Deutscher Wetterdienst – MN2000

Ende der neunziger Jahre beschloß der Deutschen Wetterdienst die Erneuerung seines nebenamtlichen Messnetzes. Im Rahmen des Projektes Messnetz 2000 wurden bis heute bereits ca. 600 neue Wetterstationen in ganz Deutschland installiert. Da die Betreuung der neuen Stationen mit der bestehenden Leitebene des alten Netzes nicht mehr gewährleistet war, war die Erstellung einer neuen Leit- und Steuerungszentrale erforderlich.

Die Anforderungen an die neue Zentrale waren vielfältig. Neben dem reinen Datenabruf von Meßdaten waren auch Konfiguration, Überwachung sowie die Fernwartung der Stationen Kernpunkte der Problemstellung. Ziel der Lösung war die nahtlose Integration in die bestehende IT-Infrastruktur des Auftraggebers.

Die Zentrale wurde fehlerredundant auf zwei SGI Origin 200-Servern unter IRIX 6.5 realisiert. Das Kernsystem wurde mit Hilfe einer ORACLE-Datenbank und einer Vielzahl von dedizierten – unter C entwickelten – Baugruppen modular entwickelt. Es bedient sich eines bereits bestehenden ORACLE-Data-Warehouse, das innerhalb des Deutschen Wetterdienstes die zentrale Datenhaltung übernimmt.

Die Stationen wurden via CISCO-ISDN-Router und zwei Primär-Multiplexer- Anschlüsse transparent in das IP-Netzwerk des Auftraggebers eingebunden. Zur Reduktion der Kommunikationskosten wurde das (für die Kommunikation vorgeschriebene) DDP-Protokoll um einen Kompressions-Algorithmus erweitert, so daß der Abruf eines Tagesdatensatzes je Station in weniger als 8s durchgeführt werden konnte.

Dem meteorologischen Personal wurde eine unter JAVA entwickelte Anwendung zur Verfügung gestellt, die sowohl das technische Monitoring wie auch die Konfiguration und Fernwartung ermöglicht. Darüber hinaus erlaubt sie dem technischen Personal die Konfiguration der betriebsrelevanten Parameter der Zentrale. Durch die Realisierung unter JAVA war die Ausführung sowohl unter Windows- wie auch UNIX-Systemen möglich. Als JAVA-WebStart-Anwendung ließ sich die Anwendung zentral pflegen und verteilen.

Um externen Nutzern – wie den einzelnen Bundesländern – Zugriff auf die ermittelten Daten zu ermöglichen, wurde ein Schnittstellenprogramm realisiert, das ebenfalls per DDP angesprochen wird. Zur Absicherung dieses Dienstes nach außen hin wurde zusätzlich ein Proxy-Programm entwickelt, das innerhalb der DMZ auf zwei Linux-Geräten installiert wurde.

Zur Integration in das bereits bestehende Netzwerk-Überwachungssystem HP OpenView wurden alle Komponenten und Baugruppen mit einer SNMP-Schnittstelle ausgestattet. Mit Hilfe einer Zusatz-Anwendung, die in HP OpenView integriert wurde, wurde so das technische Monitoring der gesamten Zentrale an den bereits vorhandenen Wartungsplätzen gewährleistet.

Das System ist seit 2001 beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach in Betrieb und wird durch uns gewartet und weiterentwickelt. Für das Landesamt für Wasserwirtschaft (LfW) Bayern wurde das bestehende System adaptiert und 2003 in München installiert.

Verwendete Technologien

  • SGI-IRIX 6.5
  • Linux
  • HP-UX 10
  • Windows NT/2000/XP
  • Oracle 8.1.7
  • C/C++
  • JAVA
  • PL/SQL
  • SNMP
  • DDP
  • HP OpenView
  • Cisco-Secureserver

Referenzadresse

Deutscher Wetterdienst
Kaiserleistraße 42+44
D-63067 Offenbach

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